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Brandschutz vs. Hygiene

Eine der vielen Erkenntnisse nach der Pandemie: Für den Infektionsschutz wird der Brandschutz vernachlässigt.

Oft konnte man in den vergangenen zwei Jahren Stehtische mit Kontaktformularen oder auch Tensatoren-Absperrungen inmitten von Flucht- und Rettungswegen vorfinden. Gleichfalls blieben neue Brandlasten in Form von Jahresvorräten Desinfektionsmittel in Besenkammern oftmals unberücksichtigt. Zum Zwecke der Belüftung w in Haburg:urden Rauchschutztüren mit Keilen oder schweren Gegenständen festgelegt (gewiss kein neues Phänomen).

Jegliche Sensibilisierung durch Brandschutzbeauftragte zur Abstellung gefährlicher Handlungsmuster schien zugunsten des übergeordneten Schutzziels „Hygiene“, respektive Infektionsschutz, nichtig geworden zu sein.  Neben den erwähnten offensichtlichen Problemen konnten Bestuhlungspläne auch einen neuen Genehmigungsweg durchlaufen:

Um Infektionsketten räumlich zu unterbrechen, wurden Stühle in Versammlungsräumen mit entsprechenden Sicherheitsabstand aufgestellt. Die Anordnung wurde oft in neuen Bestuhlungsplänen durch die Betreiber skizziert. Die Vorlage erfolgte als Teil des Hygienekonzepts bei der vermeintlich zuständigen Behörde. Nicht selten wogen sich Betreiber und Veranstalter in Sicherheit, da sie das behördliche Ok erhielten. In von uns begleiteten Fällen zeigte sich jedoch häufig, dass lediglich Ordnungsbehörden die Abstände (mehr schlecht als recht) mit den landesspezifischen Vorgaben der Coronaschutzverordnungen abglichen. In diesen Fällen konnten wir den Missstand heilen; in den uns unbekannten nicht. Eine bauordnungsrechtliche Genehmigung der Bestuhlungspläne lag nicht vor, denn den Weg bis ins Baudezernat schafften die neuen Bestuhlungspläne oft nicht. Und so gab es die amtliche Erlaubnis für nicht verbundene Stuhlreihen, die bis vor die Notausgänge reichten; immerhin musste nun jeder Zentimeter ausgenutzt werden. So wurde auch auf notwendige Gängen zwischen den Blöcken verzichtet.  In einer Gefahrensituation hätte das lose Mobiliar im Fluchtweg gestanden. Der Umstand, dass der Abstand zum Zwecke des Infektionsschutzes oft nur von Stuhlmittelpunkt zu Stuhlmittelpunkt gemessen wurde, begünstigte einen möglichen Hindernisparcours durch eine höhere Anzahl an Stühlen noch weiter.

Haben Sie vergleichbare Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie uns gerne!  service@avb-akademie.de

 

Wenn Sie sich für eine etwaige Corona-Welle im Herbst vorbereiten wollen, kontaktieren Sie uns oder besuchen Sie den Vortrag von Olaf Jastrob bei der Fachtagung „Brandschutz“ des TÜV NORD am 08. und 09. November in Hamburg: https://www.tuev-nord.de/de/unternehmen/veranstaltung/details/akademie/brandschutz-fachtagung/ 

 

 

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Bachelorarbeit: Veranstaltungssicherheit bei Großveranstaltungen unter Pandemie-Bedingungen

Eine Bachelorarbeit im Fachbereich Touristik / Verkehrswesen an der Hochschule Worms widmet sich den pandemiespezifischen Sicherheitsmaßnahmen von Großveranstaltungen. Absolvent Jonas Zimmermann ermöglicht in seiner Arbeit zum einen dem Laien einen rudimentären Überblick zu verschiedenen Grundlagen der Veranstaltungssicherheit, zum anderen geht er auf verschiedene Aspekte und Maßnahmen zur Infektionsprävention bei (Groß-)Veranstaltungen ein. Als Grundlage seiner Arbeit dienten ihm unter anderem drei Experteninterviews, welche er mit Olaf Jastrob (1.Vorsitzender DEB, u.a. Geschäftsführer A.V.B.-Akademie u. Beratungs- Planungsgesellschaft Jastrob, Sachverständiger für Veranstaltungssicherheit & Besuchersicherheit), Thomas Waetke (Rechtsanwalt, Autor im Bereich Veranstaltungsrecht) und Roland G. Meier (Geschäftsführender Gesellschafter und Sachverständiger für Veranstaltungssicherheit/ Versammlungsstätten) führte.

„Entscheidend für den Erfolg dieser und künftiger Maßnahmen und Konzepte ist das konsequente Auseinandersetzen mit der Situation kombiniert mit dem stetigen Anpassen aller Konzepte an die aktuellen Richtlinien, der umfangreichen und häufigen Schulung aller Beteiligten sowie der fehlerfreien Kommunikation zwischen dem Personal und mit allen Behörden.“

- Jonas Zimmermann (Auszug aus Fazit, S.67)

Bachelorarbeit
„Veranstaltungssicherheit bei Großveranstaltungen unter Pandemie-Bedingungen – Beurteilung der Notwendigkeit neuer Konzepte und Maßnahmen“
Jonas Zimmermann
Hochschule Worms
Fachbereich Touristik / Verkehrswesen
Eingereicht am 31.01.2022
Download: Zimmermann_Jonas_Bachelor Thesis_Veranstalltungssicherheit Pandemie (2022_HS Worms)

 

 

Bild: Gerd Altmann –  Pixabay

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DEB-Forum: Krisenmanagement in Pandemielagen

Der Deutsche Expertenrat Besuchersicherheit e.V. (DEB) richtet am Dienstag, 22. Februar ein digitales Forum an:

 

Notfall- und Krisenmanagement in dynamischen Pandemielagen
am Beispiel der Corona-Omikron-Variante

Dienstag, 22. Februar 2022
13:00 bis 16:15 Uhr
online
kostenfreie Teilnahme

 

Vortragsthemen:

  • Aktueller Stand der Corona-Pandemie und neue Herausforderungen an das Krisen- und Notfallmanagement
  • Corona Wellen – Dynamik einer Pandemie hautnah im Krankenhaus: Anforderungen und Umsetzung von Hygieneschutzmaßnahmen
  • Import von Hygieneartikeln zur Bekämpfung der Pandemie- Erfahrungen eines Importeurs
  • Tue Gutes und rede darüber!“ – Wenn sich Besucher trotz Pandemie wohlfühlen, braucht es nicht bei Mund-zu-Mund-Propaganda bleiben.
  • Lagebild, Monitoring, Luftqualitätsmessung, Mobile Energie – Konsequenzen für Normal- und Sonderlagen

Hier können Sie sich kostenfrei direkt anmelden: https://cutt.ly/deb-forum-krisenmanagement (zoom)

Weitere Informationen zu den Referenten und Vorträgen: https://www.expertenrat-besuchersicherheit.de/deb-forum-krisenmanagement/

 

Flyer: DEB_Forum_Krisenmanagement Pandemie_22.02.2022

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Bundesweites Medienecho: Olaf Jastrob zur Notwendigkeit von Pandemiemanagern

Als Experte und Referent der TÜV-NORD Akademie für Notfall- und Krisenmanagement hat Olaf Jastrob nochmal die Notwendigkeit der betrieblichen Pandemieplanung auch für kleinere und mittelgroße Unternehmen hervorgehoben. Vor allem angesichts der mittlerweile verbreiteten besorgniserregenden Virusvariante (engl. Abk. VOC) Omikron sollten sich Betriebe auf einen erhöhten Personalausfall vorbereiten. Hierbei empfehlen Jastrob und der Experte für Kritische Infrastrukturen (KRITIS), Dr. rer. nat. Hans-Walter Borries (u.a. stellv. Vorsitzender des Bundesverbandes für den Schutz Kritischer Infrastrukturen), die Installation eines Pandemiemanagers.

>> Hier finden Sie ausführlichere Informationen (Pandemiemanager, Hygienebeauftragter, KRITIS) und die Stellungnahme.

Der Appell wurde bundesweit von vielen Medien aufgegriffen, u.a.:
>> https://www.zeit.de/news/2022-01/06/tuev-nord-raet-zu-berufung-spezieller-pandemie-manager

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Kontrolle von Spielgeräten und Spielplätzen

Zu jedem Wohngebiet und zu jeder Wohnanlage gehören Freiflächen, auf denen gespielt werden kann. Dies ist nicht freiwillig sondern in den Landesbauordnungen geregelt.

Beispielhaft schauen wir einmal in die Landesbauordnung für Nordrhein-Westfalen:

§8 Abs (4) Bei der Errichtung von Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen ist auf dem Baugrundstück oder in unmittelbarer Nähe auf einem anderen geeigneten Grundstück, dessen dauerhafte Nutzung für diesen Zweck öffentlich-rechtlich gesichert sein muss, ein ausreichend großer Spielplatz für Kleinkinder anzulegen. Dies gilt nicht, wenn in unmittelbarer Nähe eine Gemeinschaftsanlage oder ein sonstiger für die Kinder nutzbarer Spielplatz geschaffen wird oder vorhanden oder ein solcher Spielplatz wegen der Art und der Lage der Wohnung nicht erforderlich ist. Bei bestehenden Gebäuden nach Satz 1 kann die Herstellung von Spielplätzen für Kleinkinder verlangt werden, wenn dies die Gesundheit und der Schutz der Kinder erfordern. Der Spielplatz muss barrierefrei erreichbar sein.

In § 89 ist weiterhin geregelt, dass die Kommunen weitere örtliche Bauvorschriften dazu erlassen können.

Die Pflicht zur Einrichtung dieser Flächen ist gut und wichtig, bringt aber auch eine nicht zu unterschätzende Verantwortung mit sich Die Flächen werden eingerichtet und angelegt. Neben der Sandkiste werden Spielgeräte aufgebaut. Schaukel, Rutsche und Klettergeräte stehen auf fast jedem Spielplatz und werden natürlich genutzt, abgenutzt und leider auch oft beschädigt. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle der Spielplätze um Gefahrenquellen schnell zu erkennen und abzustellen.

Für diese Aufgabe braucht es geschulte Mitarbeiter. Der Hausmeister der Wohnanlage, der kommunale Mitarbeiter des Bauhofes, der Vertreter des Betreibers – wer mit dieser Aufgabe betraut ist, braucht ein geschultes Auge und Fachwissen, was zu tun ist.

In einem Seminar können diese Fähigkeiten erlernt oder vertieft werden.

Ein solches Seminar vermittelt das nötige fachliche Hintergrundwissen zur Durchführung einer visueller Routine-Inspektionen für sichere Spielplätze und Spielgeräte. Hier erhält man einen Überblick über die Rechtsgrundlagen, DIN-Normen und sonstigen technischen Regeln, darunter auch die DIN 1176 Teil 1.

Für das Frühjahr zu Beginn der „Spielplatz-Saison“ haben wir zwei Seminare für Sie:

01.04.2022 Online-Seminar: Visuelle Routine-Inspektionen für sichere Spielplätze und Spielgeräte

16.05.2022 Präsenz-Seminar in Berlin: Visuelle Routine-Inspektionen für sichere Spielplätze und Spielgeräte

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Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmärkte: Hygienekonzepte und Besuchersicherheit

Olaf Jastrob, u.a. Geschäftsführer der A.V.B.-Akademie und der Beratungs- und Planungsgesellschaft Jastrob, hat im Rahmen seiner weiteren Funktionen als ehrenamtlicher 1.Vorsitzender des Deutschen Expertenrates Besuchersicherheit (DEB) und Experte der TÜV NORD Akademie für Veranstaltungssicherheit und Krisenmanagement Stellung zur Sicherheit auf Weihnachtsmärkten in der momentanen Pandemie bezogen.

Hier finden Sie den Bericht freizugänglich online:

Stern  / Zeit online / Süddeutsche / Welt / n-tv / Handelsblatt /

 

FAQ Veranstaltungssicherheit des TÜV NORD: „Woran scheitern Hygienekonzepte aktuell?“

 

Download: Checkliste zur Erstellung eines Hygienekonzeptes und Musterhygienekonzept

 

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Hygienekonzepte: Checkliste und Musterkonzept

Der Deutsche Expertenrat Besuchersicherheit (DEB) hat zwei Dokumente, die zur Hilfestellung bei der Erstellung eines Hygienekonzeptes für Veranstaltungen dienen, überarbeitet.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte der DEB eine Checkliste veröffentlicht. Auf drei Seiten sind die notwendigsten Schritte zusammengefasst, die beim Aufstellen eines Hygienekonzeptes beachtet werden sollten. Ergänzt wurde die Liste durch ein wesentlich umfassenderes Musterhygienekonzept, welches nun ebenfalls überarbeitet wurde. Der DEB betont jedoch, dass trotz seines Umfangs auch das Musterkonzept nur eine Orientierungshilfe sei. Die Art der Veranstaltung, die Größe, das Besucherklientel, die örtlichen Begebenheiten sowie die tagesaktuelle Rechtslage und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sind jeweils individuell zu berücksichtigen. Der Expertenrat empfiehlt Verantwortlichen, die sich erstmals mit der Thematik befassen oder mittelgroße bis große Veranstaltungen planen, sich Expertise bei Fachkräften einzuholen. Auch Betreiber von Versammlungsstätten, die vor Pandemieausbruch in Deutschland Veranstaltungen in vergleichbarer Größenordnung ausgerichtet haben, wird geraten sich professionell begleiten zu lassen, wenn sie nun vergleichbare Events unter Einbehalt des Infektionsschutzes ausrichten wollen.

 

Download:

DEB_Checkliste Hygienekonzept Veranstaltungen (11.2021)

DEB_Muster-Hygienekonzept Veranstaltungen (11.2021)

 

Für Rückfragen steht der Deutsche Expertenrat Besuchersicherheit zur Verfügung:

info@expertenrat-besuchersicherheit.de

Tel. 02451 91 44 04

www.expertenrat-besuchersicherheit.de

 

Weitergehende Infos zur COVID-Strategie samt Stufenkonzept und Zutrittsreglungen können dem im September aktualisierten Strategiepapier der Bundesoberbehörde Robert-Koch-Institut (RKI) entnommen werden:

Aktualisierung der ControlCOVID-Strategie zur Vorbereitung auf den Herbst/Winter 2021/22

 

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AVB Uebersicht Zutrittsbeschraenkungen G G etc.

3G, 3G+, 2G…Was verbirgt sich dahinter?

Bei den Zugangsbeschränkungen gibt es keine bundeseinheitlichen Reglungen, wenn auch in Berlin die Grundlage hierfür geschaffen werden muss. Konkret geschieht dies im §28c des „Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen“; besser bekannt unter dem Kurztitel „Infektionsschutzgesetz“ (IfSG). Da die Koalitionsverhandlungen noch laufen, die Bundesregierung aktuell (ohne eine eigene parlamentarische Mehrheit) nur geschäftsführend im Amt ist als auch nach wie vor Uneinigkeit über die Kompetenz der Ministerpräsidentenkonferenz besteht, wird der Erlass und die angestrebte Vereinheitlichung neuer Maßnahmen erschwert. So ist es wenig verwunderlich, dass auch zurzeit ein Flickenteppich an Reglungen besteht. Während der Freistaat Bayern beispielsweise vorsieht, nur vollständig Geimpften oder auch Genesenen mit einem negativen, maximal 24 Stunden alten PCR-Test Zutritt bei der Vorgabe 3G+ zu gewähren, reicht in Nordrhein-Westfalen auch ein höchstens sechs Stunden alter Antigen-Schnelltest aus. Ebenfalls existiert bereits ein unterschiedliches Verständnis, was unter 2G+ zu verstehen ist. Die sich anbahnende Ampelkoalition definiert 2G+ so, dass auch Geimpfte und Genesene zusätzlich zu ihrer Immunisierung ein negatives Testergebnis benötigen. In Rheinland-Pfalz bedeutet die 2G+ Reglung hingegen bereits seit vergangenem September, dass zu einer unlimitierten Anzahl Geimpfter und Genesener in Abhängigkeit der gültigen lokalen Warnstufe weitere Nichtimmunisierte hinzukommen können, wenn diese denn ein negatives Testergebnis vorweisen können.

Unter 1G wird es noch diffuser: Einige Vertreter der Forderung nach 1G wollen erreichen, dass sich jeder unabhängig seines Immunisierungsstatus testen lassen müsse. Gegner dieses Vorschlags befürchten jedoch eine abnehmende Attraktivität der Impfung, wenn man diese nicht mehr für den Zutritt benötigen würde. Andere wollen als Unterstützung der Impfkampagne genau Gegenteiliges mit 1G erwirken. Sie postulieren, nur noch Geimpften den Zutritt zu gewähren.

 

Dies bildet nur einen kleinen Ausschnitt der unterschiedlichen Regelungen im föderalen Deutschland ab und kann sich wie sämtliche Rechtsvorgaben in der Pandemie sehr dynamisch verändern. Informieren Sie sich daher bitte immer auf den Webpräsenzen ihrer jeweiligen Landesregierungen und / oder suchen Sie bitte den Kontakt zu den lokalen Behörden.

Sehr gerne stehen auch wir Ihnen im Rahmen unserer Beratungs- und Dienstleistungen zur Hygiene und zum Infektionsschutz  jederzeit zur Verfügung und bieten weiterhin die Ausbildung zum zertifizierten Hygienebeauftragten für Kunst, Kultur, Veranstaltungen, Ausstellungen und Messen an.

 

Allgemeine Informationen und Erläuterungen finden Sie auch auf den Sonderseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/

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Ausbildung und Fortbildung von Brandschutzbeauftragten und Brandschutzhelfern

Brandschutz(beauftragte) – Wieso, weshalb, warum?

Wieso überhaupt Brandschutz?

Neben den rechtlichen Erfordernissen – und daraus resultierenden Haftungsgefahren – sollten stets auch wirtschaftliche Folgen von Bränden betrachtet werden:

  • Spaß können nur (über-)lebende Kunden haben.
  • Image
  • Betriebsausfall
  • ausbleibende Versicherungsleistungen 

Neben der Verantwortung für Ihre Gäste und Kunden tragen Verantwortliche also auch das Risiko für mögliche persönliche Strafen für sich selbst und wirtschaftliche Schäden für das Unternehmen. So existieren früheren Statistiken zufolge fast drei Viertel der Unternehmen, die von größeren Bränden betroffen waren, drei Jahre nach diesen nicht mehr. Gründe sind beispielsweise Kundenabwanderung während des Betriebsausfalls, fehlendes Vertrauen in die Sicherheit oder Versicherungen verweigern Leistungen aufgrund festgestellter Mängel.

 

Weshalb Brandschutzbeauftragte? 

Brandschutzbeauftragte führen die unternehmerischen Ziele und die Sicherheitsinteressen zusammen. Im Rahmen ihrer Mitwirkung im Brandschutz ist ihre wichtigste Aufgabe der Schutz von Menschen. Sie prüfen und kontrollieren jedoch nicht nur Brandschutzmaßnahmen im Betrieb, sie arbeiten auch aktiv mit und beraten die Unternehmensführung. So können Brandschutzbeauftragte auf Betriebsprozesse optimierte Brandschutzmaßnahmen oder bei Beeinträchtigungen (Baumaßnahmen, Teilausfall o.ä.) Kompensationsmaßnahmen erarbeiten. Sie können auf diese Weise physische Sicherheit und finanziellen Gewinn zugleich fördern. Eine der weiteren Aufgaben ist die Absprache und Koordination mit Behörden, Feuerwehren und Versicherern, was genauso zur Entlastung von Führungskräften beiträgt, wie die Übernahme sonstiger Aufgaben wie beispielsweise die Aufstellung von Evakuierungsplänen und die Organisation vorgeschriebener Räumungsübungen (vgl. § 4 ArbSchG).

 

Warum ist ein Brandschutzbeauftragter rechtlich notwendig?

Grundsätzlich gibt es diverse Vorgaben zur Pflicht für Unternehmen, eine Brandschutzbeauftragte oder einen Brandschutzbeauftragten zu bestellen. Diese rühren aus dem Arbeitsschutz, dem Baurecht oder auch aus Vorgaben der Versicherer. Wie so oft sind die Vorgaben von den örtlichen und unternehmensspezifischen Begebenheiten abhängig. Baurechtlich ist die Art und Nutzung ausschlaggebend, was jedoch von Bundesland zu Bundesland variieren kann. Wird exemplarisch Berlin betrachtet, so wird die Funktion eines Brandschutzbeauftragten z.B. verpflichtend in Verkaufsstätten (§ 9 Abs. 2 Betriebs-Verordnung Berlin [BetrVO]) und  in Hochhäusern in (§ 43 BetrVO]) gefordert. In Berliner Versammlungsstätten muss gemäß § 36 (1) BetrVO hingegen die Erforderlichkeit definiert und entsprechend vorher geprüft werden. In Beherbergungsstätten kann der Betreiber die Aufgaben an einen Beauftragten delegieren (§15 Abs. 5 BetrVO). Aber auch jenseits der Schwelle zum Sonderbau können braurechtlich Brandschutzbeauftragte gefordert werden, wenn sie Teil der Baugenehmigung sind.

Weiterhin verpflichtet das Arbeitsschutzgesetz Arbeitgeber, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Aus dieser kann wiederrum die konkrete Benennung eines Brandschutzbeauftragten resultieren. Darüber hinaus kann auch ein Brandschutzbeauftragter zur Wahrung der Verkehrssicherungspflichten benannt werden.

Ebenfalls können Versicherer Brandschutzmaßnahmen zur Auflage machen. Hierrunter kann auch die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten fallen.

Kurz: Brandschutzbeauftragte erhöhen die Sicherheit und unterstützen Verantwortliche entscheidend, den Brandschutz rechtssicher mit Unternehmenszielen in Einklang zu bringen. 

 

Benötigen wir einen Brandschutzbeauftragten oder kann er den Betrieb erleichtern?

Welche Aufgaben muss ein Brandschutzbeauftragter in unserem Unternehmen ausführen?

Wer ist geeignet für die Funktion?

Sprechen Sie uns gerne jederzeit an!

Telefon: +49 2271 837630   E-Mail: service@avb-akademie.de

 

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Hygienekonzepte – Inhaltliche und rechtliche Notwendigkeiten für Kulturveranstaltungen

Nahm der Bereich „Hygiene“ bis zur Corona-Pandemie nur bei wenigen Veranstaltungen eine besonders herausstechende Rolle im Rahmen der Besuchersicherheit ein und wurde (lediglich) im Kontext der Personal-, Sanitär-, Abfall- und Lebensmittelhygiene betrachtet, so kommen Verantwortliche mittlerweile nicht mehr um das Thema herum.

Die Vorsitzenden des Deutschen Expertenrates Besuchersicherheit (DEB), Prof. Dr. Mandy Risch-Kerst und Fachplaner Olaf Jastrob, haben in einem Fachaufsatz für das renommierte Handbuch Kulturmanagement die wichtigsten Aspekte zu Hygienekonzepten für Anwender zusammengestellt und erörtert. So gehen die beiden Experten sowohl auf rechtliche Aspekte und Hilfsmittel zur Erstellung von Hygienekonzepten ein, als sie auch die Organisationsstruktur, mögliche Schutzmaßnahmen, das Ereignismanagement, notwendige Dokumente und mögliche Fehlerquellen beleuchten. Ebenfalls wird auf die Rolle des Hygienebeauftragten eingegangen. Der Fachartikel hilft Verantwortungsträgern in Versammlungsstätten jeglicher Art wie Clubs, Theatern, Bürgerhäusern, etc. sowie bei Events außerhalb des umbauten Raums auch über die aktuelle Pandemie hinaus, wichtige Grundlagen des Infektionsschutzes umzusetzen.

 

Der Fachartikel wurde im Handbuch Kulturmanagement und ebenfalls auf Theater.Welten (beide Publikationen der DUZ Verlags- und Medienhaus GmbH) veröffentlicht.

Auf letzterem kann er direkt digital bezogen werden

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